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Revisionsklappe F60 EI60 Unterschied: Brandschutzklassen

Revisionsklappe F60 EI60 Unterschied Brandschutzklasse Revisionsklappe F60 EI60 Unterschied: Brandschutzklassen

Wer eine Revisionsklappe in eine feuerwiderstandsfähige Trockenbauwand oder Decke einbaut, steht vor einer grundsätzlichen Frage: Die Öffnung darf den Brandschutz der umgebenden Bauteile nicht schwächen. Eine ungeprüfte Standardklappe in einer brandschutzklassifizierten Wand ist eine offene Flanke, durch die Feuer und Rauch im Ernstfall in den nächsten Abschnitt gelangen. Dieser Leitfaden ordnet die Begriffe, die in der Praxis durcheinandergeraten: Was bedeuten F30, F60 und F90, was steckt hinter EI30, EI60 und EI90, welche Normen gelten, und wann ist welche Klasse im Hochhaus, im Hotel, im Pflegeheim, im Bürogebäude oder im Gewerbe vorgeschrieben. Ziel ist, dass Trockenbauer, Gipser und Planer die richtige Brandschutz-Revisionsklappe auswählen und Bauherren verstehen, warum die Wahl keine Frage des Preises allein ist.

Feuerwiderstandsklassen verstehen: F30, F60 und F90

Die Feuerwiderstandsklasse beschreibt, wie lange ein Bauteil im Brandfall seine Funktion behält. Die Zahl gibt die Dauer in Minuten an, für die das Bauteil im genormten Brandversuch standhält. F30 steht für mindestens 30 Minuten, F60 für mindestens 60 Minuten und F90 für mindestens 90 Minuten Feuerwiderstand. Diese Klassen sind keine Garantie dafür, dass nach Ablauf der Zeit nichts mehr passiert, sondern ein gesicherter Zeitraum, in dem die Konstruktion ihre raumabschließende und tragende Wirkung behält. Dieser Zeitraum ist es, der Personen die Flucht und der Feuerwehr den Angriff ermöglicht.

Im Gebäudebrandschutz dienen diese Zeiten als Bausteine eines Gesamtkonzepts. Eine Wand mit 90 Minuten Feuerwiderstand trennt zwei Brandabschnitte so lange, dass ein Feuer im einen Abschnitt nicht in den anderen übergreift, bevor Menschen in Sicherheit sind und Löscharbeiten greifen. Eine Revisionsöffnung in einer solchen Wand muss dieselbe Zeit überstehen wie die Wand selbst. Eine Klappe, die nur 30 Minuten hält, in einer 90-Minuten-Wand zu verbauen, hebt den Schutz der gesamten Wand auf, weil die schwächste Stelle den Brandabschnitt definiert. Aus diesem Grund wird die Klassifizierung der Klappe immer auf die Anforderung der umgebenden Bauteile abgestimmt und nicht umgekehrt.

In der Praxis bedeutet das eine klare Reihenfolge der Planung: Zuerst steht fest, welche Feuerwiderstandsdauer die Wand oder Decke erfüllen muss, das ergibt sich aus dem Brandschutzkonzept und der Bauordnung. Erst danach wird die Revisionsklappe ausgewählt, die mindestens dieselbe Klasse erreicht. Wer in der umgekehrten Reihenfolge denkt und zuerst eine vorhandene Klappe nimmt, läuft Gefahr, den Brandschutz der Konstruktion ungewollt herabzusetzen.

EI60, F60 und der Unterschied der Bezeichnungen

Die größte Verwirrung entsteht durch zwei parallele Bezeichnungssysteme. Die Klassen F30, F60 und F90 stammen aus der nationalen deutschen Norm DIN 4102, das ältere und im Bestand weit verbreitete System. Die Klassen mit den Buchstaben EI stammen aus der europäischen Klassifizierung nach DIN EN 13501-1. Beide beschreiben Feuerwiderstand, verwenden aber unterschiedliche Kriterien und Buchstaben. Wichtig ist: Eine Klassifizierung nach DIN EN 13501-1 entspricht der Klassifizierung nach DIN 4102-1, sie wird in der Praxis parallel angegeben, damit Planer und Behörden beide Systeme zuordnen können.

Bei der europäischen Klassifizierung stehen die Buchstaben für konkrete Leistungseigenschaften. R steht für die Tragfähigkeit (Résistance), E für den Raumabschluss (Étanchéité), also die Dichtheit gegen Durchtritt von Feuer und heißen Gasen, und I für die Wärmedämmung (Isolation), also die Begrenzung der Temperatur auf der dem Feuer abgewandten Seite. Eine Bezeichnung wie EI60 bedeutet also: Raumabschluss und Wärmedämmung sind für 60 Minuten gesichert. Für Revisionsklappen sind genau diese beiden Eigenschaften maßgeblich, weil eine Klappe kein tragendes Bauteil ist, sondern ein Abschluss in einer Wand oder Decke.

Daraus folgt die häufig gestellte Frage nach dem Unterschied zwischen F60 und EI60. Vereinfacht gesagt beschreiben beide einen Feuerwiderstand von 60 Minuten, nur in unterschiedlichen Normensystemen: F60 nach DIN 4102, EI60 nach DIN EN 13501-1. Eine als EI60 klassifizierte Brandschutz-Revisionsklappe nach DIN EN 13501-1 entspricht damit in der Schutzdauer einer F60-Klassifizierung nach DIN 4102-1. Der Unterschied liegt nicht in der Zeit, sondern im Prüf- und Bezeichnungssystem und in der genaueren Aufschlüsselung der Leistungskriterien (E und I) auf europäischer Ebene. Ein häufiger Irrtum ist, F60 und EI60 als zwei verschiedene Schutzniveaus zu lesen, sie bezeichnen dieselbe Zeitspanne.

Der Unterschied zwischen EI60 und F90 ist dagegen ein echter Unterschied im Schutzniveau: EI60 sichert 60 Minuten, F90 sichert 90 Minuten. Wo das Brandschutzkonzept 90 Minuten verlangt, reicht eine EI60-Klappe nicht aus, dort gehört eine Klappe der Klasse EI90 beziehungsweise F90 eingebaut. Wer die Begriffe sauber trennt, vermeidet den klassischen Fehler, eine 60-Minuten-Klappe in einer 90-Minuten-Wand zu verbauen.

Die maßgeblichen Normen: DIN EN 13501-1, DIN 4102 und die Bauordnung

Für Brandschutz-Revisionsklappen sind mehrere Regelwerke gleichzeitig relevant, und sie greifen ineinander. Die folgenden Normen und Vorschriften bilden den Rahmen:

  • DIN EN 13501-1: die europäische Norm zur Klassifizierung des Brandverhaltens von Bauprodukten und Bauteilen. Sie liefert die Klassen mit den Buchstaben E (Raumabschluss) und I (Wärmedämmung), wie EI30, EI60 und EI90. Eine Klassifizierung nach DIN EN 13501-1 entspricht der Klassifizierung nach DIN 4102-1.
  • DIN 4102-1: die nationale Grundnorm, aus der die in Deutschland traditionell verwendeten Klassen F30, F60 und F90 stammen. Sie ist im Bestand und in vielen Ausschreibungen weiterhin maßgeblich.
  • DIN 4102-6: der Teil der Norm, der sich speziell mit Abschlüssen wie Klappen, Türen und Revisionsöffnungen befasst. Für die Prüfung und Klassifizierung einer Revisionsklappe ist dieser Teil einschlägig, weil eine Klappe ein Abschluss innerhalb eines raumabschließenden Bauteils ist.
  • MBO beziehungsweise die LBO des jeweiligen Bundeslandes: die Musterbauordnung gibt den bundesweiten Rahmen vor, rechtsverbindlich ist jedoch die Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes. Aus ihr und den ergänzenden Verordnungen für Sonderbauten ergibt sich, welche Feuerwiderstandsdauer in welcher Bausituation gefordert ist.

Die Trennung ist wichtig: DIN EN 13501-1 und DIN 4102 sagen, was eine Klasse leistet und wie sie geprüft wird. Die MBO beziehungsweise die LBO des jeweiligen Bundeslandes sagt, wo welche Klasse gefordert ist. Eine Revisionsklappe ist also korrekt eingebaut, wenn sie eine zur Wand passende Klassifizierung nach DIN EN 13501-1 trägt, die der entsprechenden Klasse nach DIN 4102-1 entspricht, und wenn diese Klasse die Anforderung der Landesbauordnung erfüllt. Für die Bauteilfuge gilt zusätzlich, dass der Einbau exakt nach dem Verwendbarkeitsnachweis erfolgen muss, weil eine Klassifizierung nur für die geprüfte Einbausituation gilt.

Im Trockenbau ist DIN 4102 doppelt präsent: Sie klassifiziert nicht nur Abschlüsse, sondern auch die Trockenbaukonstruktion selbst, in die die Klappe eingesetzt wird. Eine feuerwiderstandsfähige Wand aus Metallständern und Gipsplatten erreicht ihre Klasse durch ein abgestimmtes System aus Plattenlagen, Profilen und Dämmung. Wird in dieses System eine Klappe eingebaut, muss die Klappe in genau einem solchen Wandtyp geprüft sein. Die Klassifizierung der Klappe und die Klassifizierung der Wand gehören also zusammen und dürfen nicht getrennt betrachtet werden.

F90 im Hochhaus: Anforderungen nach der Bauordnung

Hochhäuser zählen zu den Sonderbauten mit besonders strengen Brandschutzanforderungen, weil die Rettungswege lang sind und eine Evakuierung aufwendig ist. Die MBO beziehungsweise die LBO des jeweiligen Bundeslandes sowie die ergänzenden Hochhausvorschriften verlangen für tragende und raumabschließende Bauteile in der Regel eine hohe Feuerwiderstandsdauer. Wo das Konzept für trennende Bauteile eine Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 Minuten fordert, gilt diese Anforderung auch für jede Öffnung in diesen Bauteilen.

Für die Revisionsklappe bedeutet das: In einer Wand oder Decke, die im Hochhaus eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten erfüllen muss, gehört eine Klappe der Klasse EI90 beziehungsweise F90. Eine EI60-Klappe würde den Brandabschnitt vorzeitig öffnen und das Schutzziel verfehlen. Gerade in Hochhäusern, in denen Installationsschächte über viele Geschosse verlaufen, ist die Klappe an Schächten und Verteilern ein neuralgischer Punkt: Sie sitzt oft direkt an der Schachtwand, die den vertikalen Brandüberschlag über mehrere Etagen verhindern soll. Die konkrete Anforderung ist immer dem Brandschutzkonzept und der für das Bundesland geltenden Bauordnung zu entnehmen, da Hochhäuser einer eigenen Sonderbauverordnung unterliegen.

Für solche Anwendungen eignet sich eine geprüfte Brandschutz-Revisionsklappe EI90 Softline, die 90 Minuten Feuerwiderstand mit einer einspachtelbaren, in der Fläche unauffälligen Ausführung verbindet. Wichtig bleibt, dass die Klappe in dem Wand- oder Deckentyp geprüft ist, in den sie tatsächlich eingebaut wird.

Pflicht im Pflegeheim: Brandschutz für Personen mit eingeschränkter Mobilität

Pflegeheime, Krankenhäuser und ähnliche Einrichtungen sind Sonderbauten, in denen sich Menschen aufhalten, die sich im Brandfall nicht oder nur eingeschränkt selbst retten können. Deshalb stellen die Bauordnungen und die einschlägigen Sonderbauverordnungen, etwa für Pflege- und Beherbergungseinrichtungen, hohe Anforderungen an die Unterteilung in kleine, sichere Brandabschnitte und Rauchabschnitte. Das Ziel ist, dass Bewohner notfalls nicht das gesamte Gebäude verlassen müssen, sondern in einen benachbarten, gesicherten Abschnitt gebracht werden können (horizontale Evakuierung).

Daraus folgt eine hohe Dichte an feuerwiderstandsfähigen Trennwänden und damit auch an Revisionsöffnungen, die diese Wände nicht schwächen dürfen. Welche Feuerwiderstandsdauer im Einzelfall gefordert ist, hängt von der Lage der Wand im Gebäude ab: Trennwände zwischen Nutzungseinheiten, Wände an Rettungswegen und Schachtwände haben jeweils eigene Anforderungen, die sich aus dem Brandschutzkonzept und der Bauordnung des Bundeslandes ergeben. In der Praxis kommen in solchen Einrichtungen häufig Klappen der Klassen EI30, EI60 beziehungsweise F30, F60 zum Einsatz, in besonders kritischen Bereichen auch EI90. Maßgeblich ist nicht die Gebäudeart pauschal, sondern die konkrete Anforderung an die jeweilige Wand, in der die Klappe sitzt. Wer im Pflegeheim plant, sollte die geforderte Klasse je Bauteil mit dem Brandschutznachweis abgleichen und nicht von einem einheitlichen Wert für das ganze Haus ausgehen.

Brandschutzpflicht im Hotel und im Beherbergungsbetrieb

Hotels und Beherbergungsbetriebe sind Sonderbauten, weil dort ortsunkundige Gäste übernachten, die das Gebäude und die Fluchtwege nicht kennen und im Brandfall häufig schlafen. Die Beherbergungsstättenverordnungen der Länder, die auf der MBO beziehungsweise der LBO des jeweiligen Bundeslandes aufbauen, verlangen daher eine konsequente Unterteilung in Brandabschnitte sowie feuerwiderstandsfähige Wände an Fluren, Treppenräumen und zwischen den Nutzungsbereichen. Diese Wände trennen die Gästezimmer und die Flucht- und Rettungswege so, dass ein Feuer in einem Zimmer den Fluchtweg nicht sofort unpassierbar macht.

Jede Revisionsöffnung in einer solchen Wand muss die Feuerwiderstandsdauer der Wand mittragen. Typisch sind in Hotels feuerwiderstandsfähige Wände an den Fluren und zu den Treppenräumen, in denen Revisionsklappen für Lüftung, Sanitär- und Elektroinstallation eingebaut werden. Auch hier gilt: Die geforderte Klasse, etwa EI30, EI60 beziehungsweise F30, F60 oder höher, richtet sich nach der jeweiligen Wand und dem Brandschutzkonzept, nicht nach einem pauschalen Wert für Hotels. Wichtig ist, dass die Klappe für die geforderte Klasse geprüft ist und nach Herstellervorgabe in den passenden Wandtyp eingebaut wird, weil gerade an Fluren mit Rettungswegfunktion ein vorzeitiges Versagen der Öffnung das gesamte Fluchtkonzept gefährdet.

Feuerhemmend EI60 im Bürogebäude: Normen und typische Anwendung

Bürogebäude liegen je nach Größe und Geschosszahl zwischen Standardbau und Sonderbau. In vielen Bürogebäuden werden raumabschließende Wände gefordert, die feuerhemmend oder feuerbeständig ausgeführt sind. Der Begriff feuerhemmend entspricht in der traditionellen Einteilung einer Feuerwiderstandsdauer von 30 Minuten, der Begriff hochfeuerhemmend einer Dauer von 60 Minuten und feuerbeständig einer Dauer von 90 Minuten. Diese Begriffe der Bauordnung lassen sich den geprüften Klassen zuordnen: feuerhemmend zu F30 beziehungsweise EI30, der erhöhten Stufe zu F60 beziehungsweise EI60, feuerbeständig zu F90 beziehungsweise EI90.

Wo ein Brandschutzkonzept für eine Bürotrennwand eine Feuerwiderstandsdauer von 60 Minuten verlangt, ist eine Revisionsklappe der Klasse EI60 beziehungsweise F60 die richtige Wahl. Die Klassifizierung erfolgt nach DIN EN 13501-1 und entspricht der Klassifizierung nach DIN 4102-1, für den Abschluss selbst ist DIN 4102-6 einschlägig. In Bürogebäuden mit System-Trennwänden und abgehängten Decken sitzen Revisionsklappen häufig an Lüftungsleitungen, an Verkabelung in Schächten und an der Sprinkler- oder Sanitärtechnik. Für diese Anwendungen bietet sich eine Brandschutzklappe Fire Star SW Softline EI 60 an, die eine 60-Minuten-Klassifizierung mit einer flächenbündigen Optik verbindet, wie sie in repräsentativen Büroflächen erwünscht ist. Die konkrete Anforderung bleibt jedoch immer im Brandschutznachweis und in der Landesbauordnung des Bundeslandes zu prüfen.

F60 im Gewerbe: Werkstätten, Lager und Produktionsstätten

Im gewerblichen und industriellen Bau ergeben sich Brandschutzanforderungen aus der Nutzung, der Brandlast und der Größe der Flächen. Industriebauten unterliegen eigenen Regelwerken, die die zulässige Größe von Brandabschnitten und die geforderte Feuerwiderstandsdauer der trennenden Bauteile in Abhängigkeit von Nutzung und Brandbekämpfung festlegen. Trennwände zwischen Produktion und Lager, zwischen verschiedenen Mietern oder zu Büro- und Sozialbereichen werden je nach Konzept feuerhemmend oder feuerbeständig ausgeführt.

Wo eine gewerbliche Trennwand 60 Minuten Feuerwiderstand erfüllen muss, gehört in jede Öffnung eine Klappe der Klasse EI60 beziehungsweise F60. Im Gewerbe spielen Revisionsklappen vor allem an haustechnischen Trassen, an Lüftungs- und Elektroinstallationen sowie an Schächten eine Rolle, die mehrere Abschnitte queren. Eine geprüfte Brandschutz-Revisionsklappe EI60 für die Decke Fire Star SW Softline deckt den verbreiteten Fall ab, dass die Öffnung in einer feuerwiderstandsfähigen Decke und nicht in einer Wand liegt, etwa über einem abgehängten Deckenbereich mit darüberliegender Technik. Auch hier ist die geforderte Klasse aus dem Brandschutzkonzept und der einschlägigen Verordnung abzuleiten, nicht pauschal anzunehmen.

Die richtige Brandschutz-Revisionsklappe auswählen und einbauen

Die Auswahl und der Einbau folgen einem festen Ablauf, der sicherstellt, dass die Klassifizierung der Klappe im Bauwerk tatsächlich wirksam wird. Wer einen Schritt überspringt, riskiert, dass die geprüfte Leistung auf der Baustelle verloren geht.

  1. Anforderung klären: Aus dem Brandschutzkonzept und der Landesbauordnung die geforderte Feuerwiderstandsdauer der Wand oder Decke ablesen, in die die Klappe eingebaut wird, also etwa 30, 60 oder 90 Minuten.
  2. Klasse festlegen: Die passende Klassifizierung wählen, EI30, EI60 oder EI90 nach DIN EN 13501-1, die der jeweiligen Klasse F30, F60 oder F90 nach DIN 4102-1 entspricht. Die Klappe muss mindestens die Klasse der umgebenden Bauteile erreichen.
  3. Einbausituation prüfen: Sicherstellen, dass die Klappe für genau den vorliegenden Bauteiltyp geprüft ist, also für die konkrete Trockenbauwand oder Decke, und ob sie in Wand oder Decke eingesetzt wird.
  4. Verwendbarkeitsnachweis lesen: Die Einbauanleitung und den Verwendbarkeitsnachweis durcharbeiten, weil die Klassifizierung nur für die dort beschriebene Einbauart und die zulässigen Abmessungen gilt.
  5. Normgerecht einbauen: Den Rahmen exakt nach Herstellervorgabe setzen, die vorgeschriebene Befestigung und gegebenenfalls eine brandschutztechnische Hinterfüllung oder Auswechslung der Unterkonstruktion ausführen.
  6. Dokumentieren: Klasse, Hersteller, Einbauort und Verwendbarkeitsnachweis für die Bauakte festhalten, damit der Brandschutz nachweisbar und bei späteren Prüfungen belegbar ist.

Der häufigste Fehler ist nicht die falsche Klappe, sondern der unsachgemäße Einbau. Eine EI60-Klappe, die ohne die vorgeschriebene Hinterfüllung oder in einem nicht geprüften Wandtyp eingebaut wird, verliert ihre Klassifizierung, auch wenn das Produkt selbst korrekt gewählt war. Deshalb ist die Einbauanleitung kein optionales Beiwerk, sondern Bestandteil des Verwendbarkeitsnachweises. Wer Brandschutz-Revisionsklappen einbaut, sollte den Anschluss genauso sorgfältig dokumentieren wie das Produkt selbst auswählen.

Wartung und regelmäßige Prüfung von Brandschutz-Revisionsklappen

Eine Brandschutz-Revisionsklappe schützt nur dann zuverlässig, wenn sie über die Jahre funktionsfähig bleibt. Dichtungen, Verschlüsse und gegebenenfalls dämmschichtbildende Einlagen müssen unbeschädigt sein, der Deckel muss sicher schließen und der Rahmen darf nicht verzogen sein. Beschädigungen, fehlende Dichtungen oder ein Deckel, der nicht mehr richtig schließt, setzen den Brandschutz außer Kraft, ohne dass es im Alltag auffällt. Gerade an häufig genutzten Öffnungen, etwa an Lüftungs- oder Wartungstrassen, lohnt der regelmäßige Blick auf den Zustand der Klappe.

Wie und wie oft brandschutzrelevante Bauteile zu prüfen sind, ergibt sich aus den Vorgaben des Herstellers und den jeweiligen Prüfpflichten. Die Details zu Intervallen und Dokumentation finden sich im Leitfaden zur Wartung und jährlichen Prüfpflicht von Brandschutzklappen. Für die korrekte Maßwahl und den planebenen Einbau im Trockenbau bietet die vollständige Übersicht zu Maßen der Revisionsklappe im Gipskarton die praktischen Grundlagen, die auch bei Brandschutzklappen gelten, etwa zu lichtem Maß, Außenmaß und Plattenstärke.

Kosten und Preis von Brandschutz-Revisionsklappen

Eine Brandschutz-Revisionsklappe kostet deutlich mehr als eine einfache Wartungsklappe gleicher Größe. Der Mehrpreis erklärt sich aus dem konstruktiven Aufwand: dämmschichtbildende oder nicht brennbare Einlagen, brandschutztaugliche Dichtungen, ein verstärkter Rahmen und vor allem die aufwendige Prüfung und Klassifizierung, die als Verwendbarkeitsnachweis vorliegen muss. Diese Prüfung ist es, die den Wert der Klappe ausmacht, sie unterscheidet ein geprüftes Bauprodukt von einer optisch ähnlichen, aber ungeprüften Klappe.

Der Preis hängt von mehreren Faktoren ab, die sich gegenseitig verstärken:

  • Feuerwiderstandsklasse: Eine EI90 beziehungsweise F90 kostet in der Regel mehr als eine EI60 beziehungsweise F60, weil sie für die längere Branddauer ausgelegt und entsprechend geprüft ist.
  • Maß und Format: Größere lichte Maße erfordern stabilere Rahmen und aufwendigere Konstruktionen, was den Preis steigert.
  • Einbausituation: Klappen für die Decke sind wegen der Lastabtragung oft aufwendiger als Wandklappen.
  • Ausführung der Oberfläche: Eine einspachtelbare, flächenbündige Variante mit Gipskartoneinlage ist anders kalkuliert als eine einfache Stahlklappe mit sichtbarem Rahmen.

Beim Vergleich der Kosten ist der Preis der Klappe nur ein Teil der Rechnung. Ein fachgerechter Einbau nach Verwendbarkeitsnachweis, gegebenenfalls mit Hinterfüllung und Auswechslung, gehört zur Gesamtleistung dazu. Eine günstige Klappe, die falsch eingebaut wird und im Ernstfall versagt, ist teurer als eine korrekt geplante Lösung, weil sie das gesamte Brandschutzkonzept entwertet und im Schadensfall haftungsrelevant wird. Bei Brandschutz lohnt deshalb die Investition in ein geprüftes Produkt und einen dokumentierten Einbau, statt am sichtbaren Anschaffungspreis zu sparen. Für eine konkrete Kostenschätzung sind die geforderte Klasse, das lichte Maß und die Einbausituation (Wand oder Decke) die entscheidenden Angaben, die jeder Anfrage zugrunde liegen sollten.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen F60 und EI60?

F60 und EI60 beschreiben beide einen Feuerwiderstand von 60 Minuten, nur in unterschiedlichen Normensystemen. F60 stammt aus der nationalen DIN 4102-1, EI60 aus der europäischen DIN EN 13501-1. Eine EI60-Klassifizierung nach DIN EN 13501-1 entspricht in der Schutzdauer der F60-Klassifizierung nach DIN 4102-1. Die Buchstaben E und I stehen dabei für Raumabschluss und Wärmedämmung.

Worin unterscheiden sich EI60 und F90?

Hier liegt ein echter Unterschied im Schutzniveau vor: EI60 sichert 60 Minuten Feuerwiderstand, F90 sichert 90 Minuten. Wo das Brandschutzkonzept eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten verlangt, reicht eine EI60-Klappe nicht aus, dort gehört eine Klappe der Klasse EI90 beziehungsweise F90 eingebaut.

Welche Feuerwiderstandsklasse ist im Hochhaus vorgeschrieben?

Hochhäuser sind Sonderbauten mit eigenen Vorschriften. Wo trennende Bauteile eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten erfüllen müssen, gilt diese Anforderung auch für jede Revisionsöffnung darin, also eine Klappe der Klasse EI90 beziehungsweise F90. Die genaue Anforderung ergibt sich aus dem Brandschutzkonzept und der MBO beziehungsweise der LBO des jeweiligen Bundeslandes.

Brauche ich im Pflegeheim oder Hotel eine bestimmte Brandschutzklappe?

Pflegeheime und Hotels sind Sonderbauten mit hohen Anforderungen an die Unterteilung in Brandabschnitte. Die geforderte Klasse, etwa EI30, EI60 beziehungsweise F30, F60 oder höher, richtet sich nach der jeweiligen Wand, in der die Klappe sitzt, nicht nach einem pauschalen Wert für das Gebäude. Maßgeblich sind das Brandschutzkonzept und die Landesbauordnung des Bundeslandes.

Welche Normen gelten für Brandschutz-Revisionsklappen?

Maßgeblich sind die DIN EN 13501-1, die der Klassifizierung nach DIN 4102-1 entspricht, sowie die DIN 4102-6 für Abschlüsse wie Klappen und Türen. Wo welche Klasse gefordert ist, regelt die MBO beziehungsweise die LBO des jeweiligen Bundeslandes. Im Trockenbau ist DIN 4102 zusätzlich für die Klassifizierung der Wand- und Deckenkonstruktion einschlägig.

Was kostet eine Brandschutz-Revisionsklappe und warum ist sie teurer?

Eine Brandschutz-Revisionsklappe ist teurer als eine Standardklappe, weil sie geprüfte Einlagen, brandschutztaugliche Dichtungen, einen verstärkten Rahmen und vor allem einen Verwendbarkeitsnachweis erfordert. Der Preis steigt mit der Feuerwiderstandsklasse (EI90 über EI60), dem Maß, der Einbausituation in Wand oder Decke und der Ausführung der Oberfläche. Der fachgerechte Einbau gehört zur Gesamtkalkulation dazu.

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